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Home Diverses

Eigentor bei Wechsel in die KHL

Henrik Haukeland verlässt Straubing für Russland – und verliert sein Nationalteam

Sebastian Sendlak by Sebastian Sendlak
Juni 25, 2026
in Diverses
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Hendrik Haukeland (Straubing Tigers) im Spiel gegen die Iserlohn Roosters am 25.1.2026 (Foto: Jenny Musall)

Hendrik Haukeland (Straubing Tigers) im Spiel gegen die Iserlohn Roosters am 25.1.2026 (Foto: Jenny Musall)

Ein sportlich wie politisch hochbrisanter Transfer schüttelt die Eishockey-Welt durch: Ausgerechnet der frisch gekürte beste Torhüter der Weltmeisterschaft 2026 kehrt der DEL den Rücken, unterschreibt in Russland und beendet damit unfreiwillig seine Länderspielkarriere.

Erst vor wenigen Wochen feierte Henrik Haukeland den absoluten Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 hexte der 31-jährige Torhüter die norwegische Nationalmannschaft sensationell zur historischen Bronzemedaille, verbuchte drei Shutouts und wurde folgerichtig als bester Goalie des gesamten Turniers ausgezeichnet. Doch der sportliche Höhenflug findet nun ein jähes und kontroverses Ende: Haukeland verlässt die Straubing Tigers vorzeitig und wechselt in die russisch geprägte Kontinentale Hockey-Liga (KHL) zu HK Traktor Tscheljabinsk. Ein Wechsel mit drastischen Konsequenzen für seine internationale Laufbahn.

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  • Vertragsauflösung in Straubing: Abgang nach starker DEL-Saison
  • Konsequenter Verband: KHL-Wechsel bedeutet das Aus im Nationalteam

Vertragsauflösung in Straubing: Abgang nach starker DEL-Saison

Der Wechsel kam für die Fans der Straubing Tigers überraschend. Wie der niederbayerische DEL-Club offiziell bestätigte, war der norwegische Schlussmann mit dem expliziten Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung an die Vereinsführung herangetreten. Die Tigers entsprachen der Bitte schweren Herzens.

Haukeland war in der abgelaufenen Spielzeit 2025/26 der administrative und sportliche Rückhalt der Straubinger. In insgesamt 39 Hauptrunden-Spielen und sechs Playoff-Partien stand er für die Tigers zwischen den Pfosten, verbuchte drei Shutouts und hatte maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Saison des Clubs. In seinen Abschiedsworten fand der Torhüter, der im Club nur „Hauke“ genannt wurde, emotionale Worte für die Organisation:

„Nach einigen schwierigen Jahren in meiner Karriere hat mir Straubing die Freude am Eishockey zurückgegeben und dafür werde ich dieser Organisation immer dankbar sein. Ich habe mich entschieden, eine neue sportliche Herausforderung anzunehmen. Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, aber ich glaube, dass es für mich die richtige ist.“ — Henrik Haukeland

Konsequenter Verband: KHL-Wechsel bedeutet das Aus im Nationalteam

Die sportlich lukrative Herausforderung in Russland entpuppt sich auf politischer Ebene jedoch als sportliches Eigentor. Nahezu zeitgleich mit der offiziellen Transfermeldung von Traktor Tscheljabinsk, wo der Norweger einen Zweijahresvertrag unterzeichnete, zog der norwegische Eishockeyverband (NIHF) die Reißleine und schloss den Star-Torhüter mit sofortiger Wirkung aus der Nationalmannschaft aus.

Der Verband hält damit eisern an einer strikten Richtlinie fest, die als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine beschlossen wurde. Petter Salsten, Generalsekretär des norwegischen Eishockeyverbandes, stellte gegenüber der Nachrichtenagentur NTB klar:

„Wir wissen schon lange vom Interesse der KHL an Haukeland. Der norwegische Eishockeyverband hat vor anderthalb Jahren einen Vorstandsbeschluss gefasst, wonach Spieler, die bei einem Verein in Russland oder Belarus unter Vertrag stehen, nicht für die norwegische Nationalmannschaft nominiert werden können.“ — Petter Salsten

Damit verliert die norwegische Auswahl nur wenige Wochen nach dem historischen Gewinn der WM-Bronzemedaille ihren wichtigsten Leistungsträger. Für Haukeland bedeutet das harte Urteil des Verbandes das vorläufige und abrupte Ende seiner Nationalmannschaftskarriere – ein hoher Preis für das finanzielle und sportliche Abenteuer in Tscheljabinsk.

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