Die DHB-Auswahl verbessert sich im zweiten Testspiel deutlich, muss sich Dänemark aber knapp geschlagen geben. Nach dem Debakel von Kopenhagen zeigt das Team in Köln Moral.
Der Dänemark-Fluch hält für Deutschlands Handballer auch im zweiten Spiel des Länderspiel-Doppelpacks weiter an. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason verlor den Test gegen den aktuellen Europameister in Köln knapp mit 29:31. Acht Monate vor dem Start der Heim-WM war Deutschland der Mannschaft aus dem Norden spielerisch zwar ebenbürtig, zog am Ende aber dennoch knapp den Kürzeren. Nach der deutlichen Pleite im ersten Duell in Kopenhagen, bei dem die Mannschaft mit 28:36 untergegangen war, zeigte die Auswahl vor den heimischen Fans jedoch eine deutliche Leistungssteigerung. „Die Dänen sind überragend gut, auch in der Breite“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason bei ProSieben.
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DHB Auswahl zeigt in Köln eine Reaktion nach dem Kopenhagen Debakel
Der Bundestrainer fügte direkt an, der Gegner habe es verdient, zu gewinnen, allerdings gebe es viel, was wir mitnehmen können. Die 19.750 Fans in der ausverkauften Lanxess Arena machten von Beginn an ordentlich Stimmung und Deutschland lieferte eine wirklich ansprechende erste Hälfte ab. Nach einem Ballgewinn und dem Treffer ins leere Tor durch Miro Schluroff zum 8:7 spielte Deutschland mutig von vorn. Torhüter Andreas Wolff überzeugte mit neun Paraden in der ersten Hälfte und gab dem Team mit einem gehaltenen Siebenmeter große Sicherheit. Doch zwei schnelle Ballverluste sorgten kurz vor dem Pausenpfiff für den bitteren Führungswechsel.
„Grundsätzlich spielen wir eine sehr gute erste Halbzeit, berauben uns dann innerhalb von wenigen Minuten mit technischen Fehlern in einer besseren Halbzeit-Situation“, analysierte Teammanager Benjamin Chatton zur Pause. Im zweiten Durchgang zogen die Gäste aus dem Norden dann schnell auf vier Tore davon, doch der Kampfgeist der Gislason-Truppe war ungebrochen. Justus Fischer glich in der 45. Minute zum 25:25 aus und hielt die Partie offen. Im deutschen Tor überzeugte nun David Späth, der einen Siebenmeter gegen Emil Jakobsen parierte, während der dänische Schütze einen weiteren Versuch an die Latte warf. Spielmacher Juri Knorr glänzte in dieser Phase und wurde mit acht Treffern als bester Werfer des deutschen Teams gefeiert.
Bundestrainer Alfred Gislason blickt trotz Niederlage optimistisch auf die Heim WM
„Es darf uns nicht passieren, dass wir in zwei oder drei Phasen 3:0-Läufe kassieren“, zeigte sich Justus Fischer nach dem Abpfiff dennoch selbstkritisch. In den eng umkämpften Schlussminuten behielt die dänische Übermannschaft einfach die Nerven, obwohl Stars wie Gidsel und Saugstrup planmäßig fehlten. Dieser zweite Test binnen drei Tagen stand ganz im Zeichen des im Januar beginnenden Heim-Turniers, bei dem die Hauptrunde in Köln ausgetragen wird. Der Blick zurück auf das erste Duell in Dänemark zeigt jedenfalls, dass die DHB-Auswahl die richtigen Schlüsse aus den Fehlern gezogen hat. In der Royal Arena in Kopenhagen lief vor 10.431 Fans in der ersten Halbzeit fast gar nichts zusammen.
Gegen das Maß aller Dinge im Welthandball, wie Gislason die Dänen bezeichnete, erwischte die DHB-Auswahl am Freitag einen extrem mäßigen Start. Der Bundestrainer stellte früh auf das Sieben gegen Sechs um, doch die disziplinierten Dänen konterten die Fehler eiskalt aus. „Wir wollen Sieben gegen Sechs spielen, da brauchen wir nicht nur Mut, sondern auch sehr viel Disziplin, das haben wir in der einen oder anderen Stelle leider nicht so gezeigt, wie wir uns das vorgenommen haben“, sagte Teammanager Benjamin Chatton nach dem ersten Spiel. Trotz des ordentlichen Debüts von Linksaußen Vincent Büchner war der Rückstand aus der ersten Hälfte in Kopenhagen damals einfach zu groß. Nun verabschieden sich die Nationalspieler nach dem harten Saisonendspurt in den Klubs erst einmal in die verdiente Sommerpause.


