Auftaktsieg für Schalke: Die Knappen besiegen Hertha BSC mit 2:1, zeigen Tempo und Kampfgeist – und setzen direkt ein Ausrufezeichen zum Start der Saison.
Mit einem überzeugenden Auftritt hat der FC Schalke 04 zum Start der neuen Zweitligasaison ein Ausrufezeichen gesetzt. Vor ausverkauftem Haus in der Veltins-Arena besiegten die Gelsenkirchener Hertha BSC mit 2:1. Die Hauptstädter enttäuschten über weite Strecken – und konnten erst in der Schlussphase etwas Ergebniskosmetik betreiben.
Schalke mit Blitzstart – Hertha wirkt überrascht
Zum Auftakt der neuen Fußballsaison 2025/26 hat der FC Schalke 04 vor ausverkauftem Haus Hertha BSC empfangen.
51 Mal sind die Kontrahenten aufeinandergetroffen. Dabei haben die Hausherren in der Veltins-Arena 31 Siege geholt und je zehn Niederlagen sowie Unentschieden eingefahren. Im Vergleich der Etats haben die Hauptstädter mit rund 30 Millionen Euro die Nase vorn – und gehören damit zu den finanziell stärksten Vereinen in der 2. Bundesliga. Bei den Knappen hingegen gibt es seit langem immer wieder Turbulenzen – nicht nur wegen der wirtschaftlichen Situation, sondern auch der sportlichen. Die Schalker haben die vergangene Saison auf dem 14. Platz abgeschlossen, Hertha auf dem elften.
Gelsenkirchener dominieren frühe Phase
Entsprechend geht die „Alte Dame“ als Favorit in das Spiel. Doch dieser Rolle werden sie in den ersten Minuten nicht gerecht. Stattdessen haben die Schalker in den ersten zehn Minuten nicht nur eine Ecke, sondern auch zwei Großchancen, die jedoch über das Netz gehen. Kurz darauf ist Loris Karius das erste Mal richtig gefordert. Der Schlussmann kann die Situation klären.
Die Gäste bleiben dennoch im Vorwärtsmodus, doch Schalke kann sich befreien. Aus einem Konter heraus fällt in der 16. Minute das 1:0 durch Mossa. Für Tjark Ernst im Berliner Kasten kommt der Schuss überraschend – zuvor sind zwei Verteidiger der Hertha im Strafraum kollidiert.
Standards bringen Schalke weiter in Führung
Nach einem Foul bekommen die Gelsenkirchener einen Freistoß, der von S18 ausgeführt wird. Allerdings verschießt der Ex-Bochumer. Die nächste Gelegenheit lässt nicht lange auf sich warten: eine Ecke bringt Nikola Tasic auf das Tor – 2:0.
Antworten findet Hertha nicht. Sie tun sich im Spielaufbau schwer, Pässe kommen nicht an, und die Schalker finden immer wieder Wege, zu stören. Der Nachschuss in der 40. Minute bleibt zwar ohne Erfolg, doch Gelsenkirchen sendet das Signal: In der Stadt der 1.000 Feuer brennt noch etwas. Die mitgereisten Hertha-Fans singen resigniert: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“
Halbzeitführung für Schalke verdient
Kurz vor dem Halbzeitpfiff sieht Christopher Antwi-Adjei noch Gelb wegen eines zu harten Einsteigens. Es bleibt beim verdienten 2:0 zur Pause für die Knappen. Nach dem Seitenwechsel tauschen die Gäste erstmals: B31 verlässt den Rasen, B27 kommt neu ins Spiel. In der 57. Spielminute hat Hertha mit B11 eine große Chance, den Spielstand auf 2:1 zu verkürzen – doch S1 sieht den Ball rechtzeitig und verhindert den Anschluss. Zwar wirkt Hertha nun entschlossener, doch ein Mittel gegen die solide stehende Schalker Defensive fehlt.
In der 61. Minute wechselt auch Schalke: Peter Remmert geht, Max Grüger kommt. Eine Ecke für Hertha durch Diego Demme wird von der Schalker Mauer abgeblockt. Der Ball läuft erneut über das Mittelfeld in Richtung Berliner Tor. Doppelwechsel bei Hertha: Marten Winkler und Jon Dagur Thorsteinsson kommen ins Spiel, während Michal Karbownik und Maurice Krattenmacher gehen.
Kampf, Wechsel, Spannung – aber keine Wende
Den 62.083 Zuschauern in der Veltins-Arena bietet sich ein engagiertes Duell. Hertha kämpft – aber ohne zählbaren Erfolg. Schalke, in den letzten Jahren selten verwöhnt, darf hoffen. Weitere Wechsel folgen: S18 und S9 gehen, S11 und S15 kommen. Auch bei Hertha: B9 gegen B17, B10 gegen B5.
In den letzten Spielminuten scheint bei Hertha die Luft raus. Die Berliner wissen, dass die drei Punkte im Revier bleiben. Beide Seiten spielen die Partie nur noch zu Ende. Trotz 10:4 Ecken für die Hauptstädter bleibt es beim 2:0 – zunächst.
Grönning trifft – und die Partie wird hitzig
In der 89. Spielminute meldet sich Hertha noch einmal zurück: Der Joker sticht. Thorsteinsson spielt einen feinen Steckpass auf die linke Seite zu Winkler, dessen scharfe Hereingabe Sebastian Grönning mit der linken Hacke artistisch von der Höhe des ersten Pfostens aus rund fünf Metern ins Netz bugsiert – 2:1, nur noch Anschluss.
Die Berliner wittern in den verbleibenden Minuten die Chance auf den Ausgleich, doch es bleibt bei zaghaften Annäherungen. Katic sieht Gelb wegen Meckerns – ein Vorbote der folgenden Szenen.
Gelb-Rot und blutige Szene in letzter Sekunde
Die fünfminütige Nachspielzeit entwickelt sich zu einem wilden Finale. Grönning köpft in der 94. Minute eine Flanke von Demme knapp am Tor vorbei. Kurz darauf wird es turbulent: Bei einem Rettungsversuch trifft Ayhan den aufgerückten Katic mit dem Fuß am Kopf – der Schalker bleibt blutend am Ohr liegen.
Während Katic auf dem Platz behandelt wird, spielt Hertha weiter mit hohem Druck. Ein Einwurf von Reese landet über Leistner bei Kolb, doch dessen Kopfball ist sichere Beute für Loris Karius. Kurz darauf zieht Höjlund clever einen Freistoß gegen Leistner.
Dann die Szene des Abends: In der 98. Minute segelt ein langer Ball von Hertha-Keeper Ernst in den Schalker Strafraum. Katic geht ins Kopfballduell mit Reese – allerdings mit der Hand am Ball. Schiedsrichter Richard Hempel zeigt dem bereits verwarnten Innenverteidiger folgerichtig Gelb-Rot.
Katic verlässt den Platz, die Uhr läuft aus – der Schlusspfiff beendet ein hitziges Auftaktspiel, das Schalke verdient mit 2:1 für sich entscheidet.