Martin Fuchs gewinnt erstmals den Rolex Grand Prix von Aachen. Justin Verboomen triumphiert in der Kür. Zwei emotionale Siege krönen das CHIO-Finale 2025.
Der CHIO Aachen 2025 endet mit zwei besonderen Momenten für die Sieger. Martin Fuchs feiert seinen ersten Erfolg im Rolex Grand Prix – nach vielen Anläufen gelingt ihm der große Wurf. In der Dressur brilliert der Belgier Justin Verboomen mit einer traumhaften Kür und gewinnt den Lindt Preis bei seinem Aachen-Debüt. Beide Reiter zeigen Spitzenleistungen, die den finalen Tag des Turniers unvergesslich machen.
Justin Verboomen tanzt sich beim CHIO Aachen auf die große Bühne
Der Belgier Justin Verboomen gewinnt bei seinem Aachen-Debüt die Grand Prix Kür und schreibt sich mit Zonik Plus in die Bestenliste des CHIO Aachen ein.
Mit einer packenden Grand Prix Kür und einer Traumwertung von 97,800 Prozent sichert sich Justin Verboomen den Sieg im Lindt Preis, dem Großen Dressurpreis von Aachen. Der Belgier feiert damit nicht nur seinen ersten Triumph bei seinem CHIO-Debüt, sondern auch einen emotionalen Moment, der ihn selbst sprachlos macht. Isabell Werth wird mit einer starken Leistung Zweite, gefolgt von Frederic Wandres auf Rang drei. Sportchefin Birgit Rosenberg lobt am Ende des Tages nicht nur die Leistungen, sondern auch den Spirit des Turniers.
Verboomens perfekter Moment
Justin Verboomen reitet mit seinem Hengst Zonik Plus eine Kür, die das Publikum in der Aachener Soers begeistert. Mit harmonischer Verbindung, präziser Ausführung und emotionaler Ausstrahlung setzt er ein Ausrufezeichen – und erhält mit 97,800 die höchste Bewertung des Tages. Nach der Siegerehrung ringt der Belgier mit den Worten: „Ich bin überglücklich, mein Pferd war unglaublich!“ Sein Ziel war es, eine perfekte Verbindung zu spüren – und genau das hat er erreicht.
In seinem ersten Auftritt beim CHIO Aachen schafft er es direkt auf die ewige Bestenliste des renommierten Turniers. Doch der Moment wirkt noch nicht ganz real auf ihn. Für die Zukunft hat Verboomen ein klares Ziel: Er möchte das Gefühl aus dieser Kür wieder erleben. Ein emotionaler Start in eine vielversprechende Karriere.
Werth und Wandres zufrieden, aber hungrig auf mehr
Isabell Werth zeigt mit Wendy eine starke Runde – auch die zuvor unsicheren Einerwechsel gelingen diesmal fehlerfrei. Die fünfmalige Olympiasiegerin ist sichtlich zufrieden: „Gestern war Wendy ,on fire‘, heute entspannter.“ Besonders die Übergänge und der Schritt hätten sich deutlich verbessert. Von Enttäuschung über Platz zwei ist bei ihr keine Spur – für sie zählt die konstante Entwicklung.
Auch Frederic Wandres zieht ein positives Fazit. Mit Bluetooth OLD reitet er auf Platz drei und präsentiert eine neue Kür zu „All you need is love“. Trotz der wechselhaften Wetterbedingungen bleibt er fokussiert: „Es war eine anstrengende Woche, aber mein Pferd war durchweg gut.“ Seine Musik kommt gerade noch rechtzeitig – ein Zeichen, dass es manchmal einfach passt.
Ergebnisse Lindt-Preis, Großer Dressurpreis von Aachen
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Justin Verboomen (BEL) – Zonik Plus – 97,800 %
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Isabell Werth (GER) – Wendy de Fontaine – 93,600 %
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Frederic Wandres (GER) – Bluetooth OLD – 89,200 %
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Becky Moody (GBR) – Jagerbomb – 84,800 %
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Patrik Kittel (SWE) – Touchdown – 84,400 %
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Larissa Pauluis (BEL) – Flambeau – 83,600 %
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Maria von Essen (SWE) – Invoice – 83,600 %
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Andreas Helgstrand (DEN) – Jovian – 82,600 %
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João Pedro Moreira (POR) – Drosa Fuerst Kennedy OLD – 79,600 %
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Katharina Hemmer (GER) – Denoix PCH – 80,800 %
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Nadja Aaboe Sloth (DEN) – Favour Gersdorf – 81,200 %
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Rikke Dupont (DEN) – Grand Galiano – 81,600 %
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Andrew Gould (GBR) – Indigro – 80,600 %
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Kasey Perry-Glass (USA) – Heartbeat W.P. – 79,800 %
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Geert-Jan Raateland (NED) – Gladiator – 80,200 %
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Benjamin Ebeling (USA) – Bellena – 80,600 %
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Marieke van der Putten (NED) – Zantana RS2 OLD – 73,600 %
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Maria Caetano (POR) – Hit Plus – 68,905 %
Martin Fuchs gewinnt erstmals den Rolex Grand Prix von Aachen
Martin Fuchs gelingt beim CHIO Aachen 2025 sein erster Sieg im Rolex Grand Prix. Im Stechen setzt er sich mit Leone Jei gegen starke Konkurrenz durch.
Beim Rolex Grand Prix von Aachen 2025 gelingt Martin Fuchs ein lang ersehnter Erfolg. Mit einem schnellen und fehlerfreien Ritt sichert er sich auf Leone Jei den Sieg im Stechen. Damit ist er der erste Schweizer seit 2004, der sich in dieser Prüfung durchsetzt. Die Entscheidung fällt in einem hochklassigen Stechen mit elf Paaren und mehreren engen Duellen.
Elf Paare im Stechen – Fuchs bleibt nervenstark
Der Kurs im Aachener Hauptstadion zeigt sich anspruchsvoll, dennoch schaffen es 14 Reiter-Pferd-Paare ohne Fehler durch den ersten Umlauf. Elf bleiben auch im zweiten Umlauf fehlerfrei und qualifizieren sich für das Stechen. Parcourschef Frank Rothenberger zeigt sich überrascht über die hohe Zahl an Nullrunden, lobt jedoch die Qualität der Pferde. Die zweifache Kombination kurz vor Schluss wird zur entscheidenden Stelle.
Stephan de Freitas Barcha eröffnet mit einem sicheren Ritt in 54,33 Sekunden das Stechen. Steve Guerdat geht mit Dynamix de Belheme volles Tempo und unterbietet die Zeit deutlich – fehlerfrei in 52,59 Sekunden. Danach patzt Gerrit Nieberg mit Ping Pong van de Lentamel an der Mauer, die zum ersten Mal im Stechen steht. Auch Richard Vogel und Lillie Keenan erwischen nicht ihre besten Runden und leisten sich Abwürfe.
Fuchs trifft jeden Punkt – Kraut und Guerdat knapp dahinter
Martin Fuchs reitet seinen Stechparcours taktisch überlegt und mit präziser Linienwahl. Besonders zur zweifachen Kombination nimmt er ein hohes Tempo mit und spart einen Galoppsprung ein. Am Ende steht eine Zeit von 50,29 Sekunden – die neue Führung. Fuchs ballt die Faust, noch ehe die Zeit angezeigt wird – er weiß, es war eine starke Runde.
Nach ihm starten noch vier Paare, darunter auch Nina Mallevaey, die mit ihrem Tempo überzeugt, aber einen Fehler kassiert. Laura Kraut entscheidet sich bewusst gegen volles Risiko und bleibt fehlerfrei, ist aber mit 52,41 Sekunden zu langsam für den Sieg. Steve Guerdat landet damit auf Rang drei, lobt aber die Leistung seines Kollegen Fuchs. Für Martin Fuchs ist es der erste Sieg in Aachen – nach mehreren Anläufen klappt es nun.
Emotionen und Rückblicke beim CHIO-Finale
Martin Fuchs zeigt sich nach dem Erfolg erleichtert und zufrieden. Er berichtet, wie intensiv er sich vorbereitet hat – unter anderem mit der Videoanalyse vergangener Runden. Für ihn ist es ein besonderer Moment, zumal sein Onkel Markus Fuchs 2004 der letzte Schweizer Sieger war. Auch sein Pate Willi Melliger gewann bereits 1983 – die Familiengeschichte setzt sich fort.
Die weiteren Reiter zeigen sich fair im Umgang mit dem Ergebnis. Laura Kraut erklärt ihre Entscheidung zur vorsichtigen Linie im Stechen nachvollziehbar. Steve Guerdat äußert sich zufrieden mit dem Ergebnis und hebt hervor, dass Dynamix de Belheme unter den Bedingungen ihr Bestes gezeigt hat. Sportchefin Birgit Rosenberg zieht ein positives Fazit des Turniers, das bis auf das Wetter rundum gelungen sei.
Ergebnisliste – Rolex Grand Prix Aachen 2025
Platz | Reiter/in | Nation | Pferd | Fehler | Zeit (Stechen) |
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1 | Martin Fuchs | SUI | Leone Jei | 0 | 50,29 Sek. |
2 | Laura Kraut | USA | Baloutinue | 0 | 52,41 Sek. |
3 | Steve Guerdat | SUI | Dynamix de Belheme | 0 | 52,59 Sek. |
4 | Stephan de Freitas Barcha | BRA | Chevaux Primavera Imperio Egipcio | 0 | 54,33 Sek. |
5 | Nina Mallevaey | FRA | Dynastie de Beaufour | 4 | 50,01 Sek. |
6 | Lillie Keenan | USA | Fasther | 4 | 51,44 Sek. |
7 | Christian Kukuk | GER | Checker 47 | 4 | 52,58 Sek. |
8 | Olivier Robert | FRA | Iglesias D.V. | 4 | 53,05 Sek. |
9 | Gerrit Nieberg | GER | Ping Pong van de Lentamel | 4 | 60,23 Sek. |
10 | Richard Vogel | GER | United Touch S | 8 | 52,64 Sek. |